Chiemseer Fatschenkindl
Chiemseer Fatschenkindl

Die Tradition ums Fatschenkindl

Das Fatschenkindl gehört als Volkskunst zu den traditionellen bayerischen und österreichischen Klosterarbeiten. Es stellt ein eingewickeltes (gefatschtes) Jesuskind dar, das man zu Weihnachten oft in Krippen wiederfindet. Ursprünglich stammen diese religiösen Handarbeiten aber aus dem 16. Jahrhundert und damit aus einer Zeit vor den ersten Krippendarstellungen. Hier wurden die Kinder als Christusgestalten kunstvoll in Klöstern gefertigt. In traditionellen Gegenden Bayerns und Österreichs findet man Fatschenkindl oft zu Weihnachten auf Hochaltären in Kirchen und Kapellen. Besonders zu Weihnachten sieht man Fatschenkindl aber auch in Wohnzimmern als Gedenken an die Geburt Jesu.

Doch Fatschenkindl wurden nicht nur als Jesulein zu Weihnachten gefertigt. Sie galten lange Zeit auch als Opfergabe und sollten das Anliegen der Bitte um eine Schwangerschaft verstärken. So werden Fatschenkindl heute noch als Erbstücke und zu Hochzeiten verschenkt, um der/ den Beschenkten eine kinderreiche Zukunft zu wünschen. Ebenso galt das Fatschenkind als Opfergabe für Gebete um eine leichte Geburt oder ein gesundes und glückliches Leben des Kindes.

Klosterfrauen nutzten das Fatschenkind zudem oft als Sorgenkindlein. Sie erzählten dem Kind all ihre Sorgen, um sich zu entlasten.